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Posts Tagged ‘Herbstlyrik’

Herbstlaub

Herbstlaub


Herbst
© Manfred Schröder

Die Blätter sind schon braun gerändert
und raue Winde wehen kalt.
Vieles hat sich schon verändert
und das Jahr wird alt.

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Herbstmorgen im Oktober
© Manfred Schröder

Wie ruhig und so stille
der Nebel steht in halber Höh.
Verzaubert sind die Felder
und der nahe See.

Behutsam meine Schritte;
der Pfad ist kaum zu seh’n.
Einen Raben hör ich rufen;
traumhaft im Nebel zu geh’n!

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Besuch im Herbst
© Patricia Koelle

Erinnerung legt unsichtbare Bilder
uns flüchtig auf die herbstlich kühlen Gleise
ich kenne deinen Schritt schon aus der Ferne
du trittst für alles ein auf deine Weise

Du hebst die Welt mir heut noch aus den Angeln –
mit deinem Lachen konntest du das immer –
hängst sie mir bunter, größer, wieder auf
gespiegelt im Septemberpfützen-Schimmer.

Der Friedhof drüben ist ein stummer Zeuge:
dort wachen steinern unvergänglich Raben
Jahrzehnte über Leben und Geschichten
die sie uns ungeniert im Voraus haben.

Ein Krokus keimt darunter schon den Frühling
Gewesenes erscheint mir wie geträumt
doch deine Stimme ist so tief vertraut
auf Goldgrund tritt der Abend lichtgesäumt.

Die alten Blätter fallen still und langsam
beim Abschied. Unsern Zeiten bleiben Reste.
Wir halten uns für einen Augenblick,
als stiegen sie so wieder an die Äste.

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Das Blatt
© Silvia Friedrich

Ein Blatt im Herbst vom Baume fiel,
es blieb so liegen ohne Ziel.
Der Wind bewegte es ein Stück,
das Blatt empfand es als ein Glück,
dachte es doch, es sei vorbei
mit Arbeit, Alltagseinerlei,
als es ganz früh vom Baum gesegelt.

Hatt´ Höheres nicht ihm eingegeben,
dass Blätter, wenn es herbstlich wird,
dem Ende nah sind mit dem Leben?
Genau so ist´s seit altersher
und deshalb legt sich unser Blatt
zur letzten feuchten Ruhestatt.

„Halt! Nicht so schnell“, piepst´s aus dem Laub.
Das Blatt versteht nichts, da fast taub
und lauscht ins Unterholz genau,
wo sichtbar wird die Igelfrau,
die munter fiept und jede Wette
sie macht das Blatt zum Igelbette.

Glücklich die beiden und sehr schlau,
verbringen sie den Winter
gemeinsam nun im Igelbau.
Selbst wenn Du glaubst, das Ende naht,
verbirgt sich oft in einer Ecke
ein völlig neuer Lebenszwecke.

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Herbst
© Silvia Friedrich

Die Birnen fallen, die Äpfel auch,
das ist seit altersher so Brauch,
wenn Bauer Herbst das Land bereist.

Er peitscht sein Pferd, das Wind genannt,
und hat die Wärme weggebannt,
er freut sich, wenn der See vereist.

Läßt Meereswogen höher ragen
und Regen aus den Wolken schlagen
und meistens mitten ins Gesicht.

Die Stürme hebeln Tür und Tor
und rütteln Bäum´ wie nie zuvor
den Meister aber stört das nicht.

Wir lieben ihn trotz alledem
und machen´s uns zuhaus bequem
die Stube schützt vor Kälte sehr.

Da fliegen Blätter durch das Land
und Igel suchen Unterstand,
aufhalten kann ihn keiner mehr

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Herbst
© Manfred Schröder

Hunderwasserfarbenblätter
schweben sanft zur Erde nieder.
Und die Vögel in den Bäumen,
singen ihre Abschiedslieder.

Einsam werden nun die Tage
und das Herz, es fühlt sich leer.
Da bricht die Sonne durch die Zweige;
der Wald, er steht im Lichtermeer.

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Herbstluft
© Angelina de Satura

Stark weht der Wind
Pfeift durch die Räume
Heulend geschwind
Schüttelt er Bäume

Wild fegt er Wiesen
Lässt Blätter tanzen
Legt bunte Fliesen
Auf welke Pflanzen

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Herbstabend
© Manfred Schröder

Woher hast du Kunde, Mond,
dass ich am nebelverwischten Ufer
in meinem Boote sitze?
Doch es freut mich,
dass du mir Gesellschaft leistest,
in meiner Einsamkeit.

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Gelbling Colias

Gelbling Colias

Herbst
Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Wenn ich an einem schönen Tag
Der Mittagsstunde habe acht,
Und lehne unter meinem Baum
So mitten in der Trauben Pracht.

Wenn die Zeitlose übers Tal
Den amethistnen Teppich webt,
Auf dem der letzte Schmetterling
So schillernd wie der frühste bebt.

Dann denk‘ ich wenig drüber nach,
Wie’s nun verkümmert Tag für Tag,
Und kann mit halbverschlossnem Blick
Vom Lenze träumen und von Glück.

Du mit dem frischgefallnen Schnee,
Du tust mir in den Augen weh!
Willst uns den Winter schon bereiten:
Von Schlucht zu Schlucht sieht man ihn gleiten,
Und bald, bald wälzt er sich herab
Von dir, o Säntis! ödes Grab!

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Das Foto – es zeigt einen Gelbling (Colias) – entstand am 28. September 2009 auf der Bergehalde Lydia (Fischbach/Quierschied, Saarland).
Wie in Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht ist der Schmetterling auch im Frühherbst noch so schillernd wie im Frühling.

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Herbst Herbstblätter

Herbst Herbstblätter

Herbst – Herbstgedicht – Friedrich Hebbel Herbstbild

Herbstbild
Friedrich Hebbel (1813 – 1863)

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

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Das Foto entstand am 28. September 2009 auf der Bergehalde Lydia (Fischbach/Quierschied, Saarland).

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Pfarrkirche St. Marien Dudweiler Herbst

Pfarrkirche St. Marien Dudweiler Herbst

Herbst – Herbstgedicht – Herbsttag – Rainer Maria Rilke

Herbsttag
Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

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Das Foto zeigt die Pfarrkirche St. Marien in Dudweiler. 30. September 2009.

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Herbstgedicht

November

© Katharina Britzen

Krüge voller Düsternis,
die Blaskapelle stumm,
auf dem Fluß nur Nebel,
die Natur im Minimum.

Im Refugium Laternen,
mitten auf dem Diwan Fengshui,
im Gepäcknetz nichts als Muße,
treibst ins Land der Poesie.

Am Gängelband des Siechtums
entblößt sich mir ein Leiden,
trifft als heimatloser Kanon
direkt ins Herz der Trauerweiden.

Der Bauersmann nicht an der Deichsel,
mit dem Fährmann querfeldein,
hältst Einkehr in ein Grenzland,
dein Name ziert den Grabesstein.

Eos hält nun Winterschlaf,
gönnt dem Dunkel das Debüt,
und die Langspielplatte
spielt eine Klagemelodie.

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